AQUALIZER RICHTIG AUSWÄHLEN

In die Auswahl des richtigen Aqualizers fließen zwei Varianten ein: Form (ultra und mini) und Füllhöhe (medium und high).
Richtig gewählt lässt sich der Aqualizer mit seinem vestibulär geführten Verbindungsschlauch auch längere Zeit bequem tragen. Zur Verdeutlichung finden Sie weiter unten noch Beispiele.




Form

Bei der klassischen Form des Aqualizers waren die flachen Verbindungsschläuche recht hoch im Vestibulum, d. h. zwischen Wange und Kiefer, geführt. Gelegentlich führte dies zu Reibungsirritationen an der Wange oder dem Zahnfleisch. Wir haben diese Form aus unserem Programm genommen, seit dem es die neue Form "Ultra" gibt, denn diese funktioniert einfach besser.

Beim Aqualizer Ultra ist der flache Verbindungsschlauches zwischen den Wasserpolstern tiefer geführt und auch dessen Form wurde optimiert, so dass Irritationen der Wangenschleimhaut durch Reibung praktisch nicht mehr auftreten.




Außer dem "Ultra" gibt es noch die Formvariante "Mini". Hier handelt es sich um einen kleineren Aqualizer, der sich besonders für Kinder- und Jugendgebisse eignet, oder auch für verkürzte Zahnreihen und besonders kleine Münder.


Der Aqualizer in der Form "Ultra" unten, im Vergleich zur Form "Mini" oben.

Die Wasserpolster des Aqualizer sollten etwa zwischen den ersten Molaren (Zahn Nr. 6 von der Mitte vorne aus gezählt) zu liegen kommen. Bei Kindergebissen, oder bei Zahnbögen, welche durch Extraktion verkürzt wurden (Verlust der hinteren Backenzähne, oder Extraktion der Prämolaren bei einer Kieferorthopädie), kann es schon mal vorkommen, dass der Aqualizer hinten über die Zahnreihe hinausragt. Dann stützen die Wasserpolster die Zahnreihen nicht richtig, und es kann auch zur Irritation der Schleimhaut hinter den Zähnen kommen. Hier ist der Aqualizer mini ideal, für alle anderen Einsatzzwecke wählen Sie am besten den Aqualizer ultra.



Der Aqualizer Ultra (oben) im direkten Vergleich mit dem Mini (unten).

Füllhöhe

Das zweite Auswahlkriterium ist, wie weit die Zähne durch den Aqualizer auseinander gehalten werden sollen. Liegt ein Tiefbiss vor (die Schneidezähne überlappen sich sehr stark), so kann mit einem hohen Aqualizer (high) womöglich besser eine Entlastung erreicht werden.


Links Füllhöhe "High", rechts "medium"

Wählt man den Aqualizer jedoch zu hoch, so birgt das das Risiko, dass man unwillkürlich darauf presst. Statt der ersehnten Muskelentspannung verkrampft sich die Kaumuskulatur womöglich, und man fühlt sich nach längerem Tragen eher "genervt", als entlastet! Presst man zu kräftig auf den Aqualizer, so kann er sogar platzen. Zwar ist die Füllung mit destilliertem Wasser völlig ungiftig, aber einen Schluck Wasser bekommt man auf andere Weise deutlich billiger!

Die mittlere Füllhöhe "medium" ist im Zweifelsfalle diejenige, welche für die allermeisten Fälle gut funktioniert. Die Zahnreihen werden genügend gestützt, so dass unausgeglichene Zahnkontakte, außer in extremen Fällen, die Kiefermuskulatur nicht länger zu unausgeglichener Haltearbeit zwingen können, sie kann entspannen und man fühlt die ersehnte Erleichterung.

Die Füllhöhe "low" bietet sich für solche Fälle an, bei denen die Bisshebung durch Zwischenlegen der Wasserpolster nicht gut vertragen wird. Hier beinhalten die Wasserpolster eine nur geringe Füllung. Da im Laufe der Zeit Wasserdampf die Hülle des Aqualizers durchdringt, dieser also "platter" wird, ist allerdings auch die Lebenserwartung eines Aqualizer "low" am kürzesten.

Beispiel Wechselgebiss bei Kindern

Rechts sehen Sie ein Gebiss mit bleibenden 6-Jahres-Molaren und Schneidezähnen, der Rest besteht noch aus Milchzähnen, ein sogenanntes "Wechselgebiss".








Die Zahnreihen des Wechselgebisses bei Kindern sind kürzer, als bei Erwachsenen. Während hier der Aqualizer Mini (links) gut passt, steht die Form "Ultra" (rechts) hinten über. Das Wasserpolster trägt die Zahnreihen nicht so gut und womöglich würde es zur Irritation der Schleimhaut hinter den Zähnen kommen!

Verkürzte Zahnreihe

Nach weitgehenden Zahnextraktionen und Neuversorgung mit Implantaten ist die untere Zahnreihe in dem Gebiss unten deutlich verkürzt. Während hier der Aqualizer Mini (links) die Zahnreihe gut trägt und nicht unnötig übersteht, liegt bei dem Aqualizer Ultra (rechts)die Hälfte des Wasserpolsters hinter den unteren Zähnen, so dass es nicht richtig trägt und außerdem vielleicht Zunge oder Wange irritiert.





Diese beiden Fälle sind typische Indikationen für den Aqualizer Mini, in allen Fällen mit halbwegs normalen Zahnbogenlängen fährt man mit dem Aqualizer Ultra am besten!

Tiefbiss

Bei Tiefbissen überlappen sich die Schneidezähne mehr als normal, sozusagen kann man zu weit zubeißen, das Kinn kommt im Biss der Nasse näher als normal. Man unterscheidet hier zwei Varianten:




Tiefer Deckbiss

Die oberen Schneidezähne stehen wie ein Zaun unmittelbar vor den unteren und überdecken diese mehr oder weniger stark.





Links im Bild sieht man die steile Schneidezahnstellung. Oft zwingt diese die Kiefermuskeln dazu, den Unterkiefer weiter rückwärts zu führen, damit Vorkontakte zwischen den Schneidezähnen vermieden werden. Die ideale Relation der Molaren im Biss wäre gegeben, wenn sich die Bleistiftlinien decken würden. Jedoch kann eine "falsche" Molarenrelation auch durch Zahnverlust und Fehlwachstum entstehen.

Treten Beschwerden und Schmerzen auf, kann man die Zusammenhänge mit dem Aqualizer leicht testen. Rechts sieht man, dass in diesem Fall mit einem zwischengelegten Aqualizer Ultra medium bereits eine neutrale Molarenbeziehung erreichbar wäre ohne dass die Schneidezähne stören, wenn die Muskulatur dies wünscht. In gravierenderen Fällen, oder dann, wenn trotz dem Aqualizer medium immer noch Vorkontakte zwischen den Frontzähnen auftreten, kann die hohe Füllhöhe (high) noch mehr Freiraum schaffen.

Tiefer Rückbiss

Hier überlappen sich die Schneidezähne von vorne gesehen ebenfalls stark, aber das Kennzeichen dieses Fehlbisses ist die ausgeprägte Rücklage des Unterkiefers, wobei aber die oberen Schneidezähne nicht steil stehen. Gelegentlich beißen die unteren Schneidezähne gar in das Zahnfleisch hinter den oberen ein. Die ideale Molarenbeziehung weicht manchmal, wie links im Bild, um eine Prämolarenbreite, oder mehr, ab.



Hier fehlt im Unterkiefer der Zahn 46, 47 ist in die Lücke eingewandert, so dass im Zahnersatz statt des Molaren ein dritter Prämolar geformt wurde. Der distobukkale Höcker des fehlenden 46 dürfte etwa im Bereich der unteren Linie gelegen haben.

Manchmal liegt auch eine Mangelentwicklung des Unterkiefers vor, so dass selbst in einer muskulär ausgeglichenen Kieferlage keine regelrechte Molarenbeziehung entsteht. Dennoch wird auch hier die Muskulatur nicht selten gezwungen, den Unterkiefer hinten zu halten, um Störkontakten zwischen Frontzähnen auszuweichen. Wie rechts zu sehen ist, vermag hier der Aqualizer sehr viel Freiraum zu schaffen, der Unterkiefer könnte sich bereits bei der Füllhöhe "medium" deutlich weiter anterior in einer neutralen Molarenbeziehung positionieren, wenn die Muskulatur dies wünscht.

Tiefbiss mit Seitverlagerung

Rechts sieht man einen Tiefbiss, bei dem die Frontzähne sehr steil stehen (also auch ein so genannter "Deckbiss"), jedoch ist hier zusätzlich die untere Mittellinie relativ zur oberen nach links verschoben.








Ist diese Diskrepanz durch eine Verschiebung des Unterkiefers aus der Mittelstellung entstanden, oder lediglich durch eine Verschiebung der Zähne im Knochen? Die Probe mit dem Aqualizer kann hier Aufschluss geben.





Allerdings muss hierfür der Aqualizer auch hoch genug gewählt werden, dass keine Zahnkontakte (z. B. am rechten Eckzahn) verhindern, dass sich der Kiefer neutral stellen kann. G.g.F. ist hierfür die Füllhöhe "High" erforderlich.

Man stellt sich nach einer Tragedauer von einigen Stunden aufrecht vor den Spiegel, beißt leicht auf den Aqualizer und zieht nur die Lippen etwas hoch, so dass man die Schneidezähne sehen kann. Hat sich die untere Mittellinie nun von alleine stimmig zur oberen eingestellt, so liegt möglicherweise wirklich eine Fehlstellung des Unterkiefers vor, welche mit einer entspannten Muskulatur nicht kompatibel ist.

Bei Tiefbissen im Allgemeinen kann man mit der Füllhöhe "high" ausprobieren, ob sich die Symptomatik bei einer höheren Anstützung im Biss noch weiter verringern läßt, unabhängig davon, ob noch okklusale Störkontakte auftreten. Dies gibt dem Zahnarzt dann auch wertvolle Hinweise darauf, ob eine Bisshebung (prothetisch, oder durch einen Aufbissbehelf) gut vertragen würde, oder nicht.


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